Classic Week: Meereslandschaftsbilder von Ivan Konstantinovich Aivazovsky

GRÜßE VOM SCHWARZEN MEER

Ivan Konstantinovich Aivazovsky, berühmt für seine unwahrscheinlich realistischen, oft dramatischen, in jedem Fall meisterhaft gestalteten Meereslandschaften, wurde an der Schwarzmeerküste der Krim geboren und starb auch dort. Die Landschaft seiner Heimat ist Bildthema zahlreicher seiner Gemälde – so auch der im Oktober im Dorotheum angebotenen Werke.

Ivan Konstantinovich Aivazovsky, Sonnenaufgang am Aiu-Dag auf der Krim, 1863, Öl auf Leinwand, 59 x 77 cm, Schätzwert € 160.000 – 200.000

Der Maler Ivan Konstantinovich Aivazovsky (1817–1900) zählt zu den erfolgreichsten und gefragtesten Vertretern der russischen Romantik. Zentrales Motiv seiner langen und überaus einträglichen Karriere – er stand in der Gunst des Zaren – war das Meer. Aivazovsky wuchs in Feodossija auf der Krim an der Schwarzmeerküste auf. Er studierte an der Petersburger Kunstakademie unter Maxim Worobjow (1787–1855), einem Vertreter der romantischen Landschaftsmalerei, sein früher Stil war aber auch von klassischen Malern wie Jacob van Ruisdael und Claude Lorrain geprägt. 1837 kehrte Aivazovsky mit abgeschlossenem Studium in seine geliebte Heimatstadt Feodossija zurück. 1840 reiste er mit einem Stipendium der Akademie nach Europa, wo er sich der Freilichtmalerei zuwandte. Nach seiner Heimkehr fertigte er Werke nach früheren Skizzen und aus dem Gedächtnis an. Mitte der 1860er- Jahre ließ sich Aivazovsky in Feodossija nieder, errichtete ein Haus, das zu einem Zentrum der Kunst werden sollte: Es diente ihm als Atelier und war gleichzeitig Kunstschule und Galerie.

Ivan Konstantinovich Aivazovsky, Bucht von Jalta mit den Bergen Magobi und Ai Petri, Öl auf Holz, 20 x 24 cm, Schätzwert € 10.000 – 15.000

Aivazovskys Faszination für die Krimlandschaft und das Schwarze Meer steht im Mittelpunkt zahlreicher seiner Werke. Das trifft auch auf die Bilder zu, die im Oktober zur Versteigerung gelangen. „Sonnenaufgang am Aiu-Dag auf der Krim“ entstand 1863, in einer besonders fruchtbaren Schaffensperiode des Künstlers (zwischen 1862 und 1867 malte er mehr als 200 Werke). Es zeigt den Gipfel des Aiu-Dag-Gebirges, einer wichtigen Landmarke an der Südküste der Krim nahe Jalta. Der Sonnenaufgang über dem Ort strahlt auf den Betrachter Ruhe und Beschaulichkeit aus. Aivazovsky demonstriert in dem Gemälde meisterhaft seine Fähigkeit, Reflexionen des Sonnenlichts auf ruhiger See festzuhalten. Das orange Licht der aufgehenden Sonne symbolisiert die Hoffnung. Aivazovsky griff immer wieder das Motiv der ruhigen Meereslandschaft als Sinnbild des Einklangs von Mensch und Natur auf. Die Dominanz des Himmels und des Aiu-Dag-Gebirges in der gegenwärtigen Komposition vermittelt ein Gefühl für die schiere Größe der Natur. Auch das Boot im Vordergrund, das friedvoll über das glatte Meer gleitet, befindet sich im Einklang mit der Landschaft. Die Weite der Meere steht bei Aivazovsky immer wieder im Zentrum. Segelboote werden zum Spielball der stürmischen See, über die der Mensch, den Naturgewalten ausgesetzt, keine Macht hat.

Während die Welt um ihn ihren Lauf nahm, blieb Aivazovsky bis ans Ende seines langen Lebens dem romantischen Malstil treu und dabei äußerst produktiv. Auf den zahlreichen Reisen hielt er stets Ausschau nach neuen Motiven für seine Gemälde, die im europäischen Adel, in der russischen Zarenfamilie und der amerikanischen bürgerlichen Gesellschaft als begehrte Sammlerstücke galten. Das vorliegende Werk befand sich jahrelang in Privatbesitz und blieb der Öffentlichkeit verborgen, bis es
vor kurzem wiederentdeckt wurde.

INFORMATIONEN zur AUKTION

Auktionsdatum: Auktion Gemälde des 19. Jahrhunderts, 23. Oktober 2019, 17.00 Uhr

Auktionsort: Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien

Besichtigung: 12. Oktober 2019 – 23. Oktober 2019

Kontakt: Gautier Gendebien ist Dorotheum Experte für Gemälde des 19. Jahrhunderts

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