Georgy Grigorievich Nissky: Architektur und Malerei

Die überladenen „barocken“ Formen der sowjetischen Malerei wurden in der spätstalinistischen Zeit um 1960 vom sogenannten strengen Stil verdrängt. Die Künstler dieser Zeit, allen voran Georgy Nissky, stützten sich auf die Ästhetik der 1920er-Jahre, sie strebten nach reduzierten Formen, klaren Linien und freien Räumen.

Nissky gelang es durch seine atmosphärische Malweise, zwei Architekturepochen in einem Bild zu vereinen: Das Gebäude des Außenministeriums, eines der fünf berühmten Moskauer Hochhäuser, wurde 1948 bis 1953 errichtet, während die schlichten 21-stöckigen Gebäude davor in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre entstanden. Das Gemälde zeigt jene Phase, als der rechte Flügel des Hotels bereits errichtet war und sich der linke Flügel noch in Bau befand.

Der erste Besitzer des Gemäldes, der Leningrader Architekt Michail A. Bely, war der Planer des 1957 gegründeten Stadtteils Akademgorodok in Nowosibirsk und Nisskys kreativer Gesinnungsgenosse.

Georgy Grigorievich Nissky, Moskau, Blick auf das Gebäude des Außenministeriums, 1972, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm, Schätzwert € 50.000 – 70.000, Auktion Moderne, 30. November 2021
Georgy Grigorievich Nissky, Moskau, Blick auf das Gebäude
des Außenministeriums, 1972, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm, Schätzwert € 50.000 – 70.000, Auktion Moderne, 30. November 2021

AUKTION

Moderne, 30. November 2021, 18 Uhr
Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien

20c.paintings@dorotheum.at
Tel. +43-1-515 60-358, 386

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