Glückwunschkarten aus der Biedermeierzeit

Glück, Liebe und Freundschaft im Biedermeier

Glückwunschkarten
Glückwunschkarten

„Die Henne brütet hier ein Ey, worin dein Glück enthalten sei“

Glückwunschkarten
Glückwunschkarten

„Das Kopferl hängest Du, ich weiß schon was Dir fehlt, ein Weiberl möchtest Du, Du armes Zeiserl, gelt?“

Glückwunschkarten
Glückwunschkarten

„Ich muß legen mein Herz auf das Eis, denn es ist einmahl zu ängstlich und zu heiß“

In der Auktion Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen am 27. März versteigern wir eine Sammlung von mechanischen Glückwunschkarten aus der Biedermeierzeit. Diese Freundschafts- und Glückwunschkarten stellen liebenswerte, aber auch kulturgeschichtlich besonders interessante Zeugnisse jener Zeit dar. Sie können auch als „Papiertheater“ oder bewegliche Marionetten aus Papier, die auf leisen Druck oder Zug ihre Kunststücke vorführen, bezeichnet werden (Vgl. Hanna Egger, Glückwunschkarten im Biedermeier, Höflichkeit und gesellschaftlicher Zwang, München 1980, S17. Gloria Ehret, Freundschafts- und Gückwunschkarten im Biedermeier, München 1982, S 58).

Die einfachste Form ist die sogenannte „Streifenzugkarte“, bei der sich der Zugstreifen mit Bild und Text aus einem Schlitz ziehen lässt, sodass es zu einem Szenenwechsel kommt. Bei der „Vorhangzugkarte“ nehmen die Streifen die ganze Breite des Bildes ein, wie ein Theatervorhang. Bei der „Drehkarte“ tragen eine oder mehrere Papierscheiben zusätzliche Darstellungen. Durch das Drehen des Rades ergibt sich eine Variation. Die „Hebelzugkarte“ verbindet diese Systeme (Vgl. Egger, Glückwunschkarten im Biedermeier, S 21. Ehret, Freundschafts- und Glückwunschkarten im Biedermeier, S 58).

Die Sitte, sich zum neuen Jahr Höflichkeitsbesuche abzustatten und Visit- und Glückwunschkarten zu überbringen, erlangte in Wien Ende des 18. Jahrhunderts eine Hochblüte. So hatte der Kunsthändler Hieronimus Löschenkohl 1794 mehr als 300 verschiedene Neujahrsglückwunschkarten im Sortiment, sowohl ernste, als auch scherzhafte. Die Kunden konnten anhand von Musterbüchern, Darstellungen und Versen selbst ihre Karten selbst zusammenstellen. In Wien existierten bald über 40 Verleger, die mit der Herstellung von Glückwunschbillets befasst waren (Vgl. Egger, Glückwunscharten im Biedermeier, S 17,18. Ehret, Freundschafts- und Glückwunschkarten im Biedermeier, S 34,50). Einer davon waren der Kunsthändler und Verleger Joseph Eder, sowie sein Schwiegersohn Jeremias Bermann, deren Nachkommen diese außerordentliche Sammlung zur Versteigerung gebracht haben.

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