Kulissenbilder für das perspektivische Theater

3-D-Kino des Barock

Eine außergewöhnliche Sammlung von Kulissenbildern für das perspektivische Theater präsentiert der Welt von früher und heute himmlische und profane Szenen. Im Herbst gelangt sie im Dorotheum zur Auktion.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts galten perspektivische Miniaturtheater unter wohlhabenden Europäern als extravagante, amüsante und lehrreiche Dekorationsobjekte für ihre Domizile und Residenzen.

Die dreidimensionalen Bühnen aus Papier bestanden aus sechs bis acht handkolorierten Kupferstichen, die in einem speziell dafür vorgesehenen Betrachter, dem Guckkasten, montiert wurden. Durch eine Öffnung in den rechteckigen Holzboxen ließen sich die unterschiedlichen Szenen in dreidimensionaler, räumlicher Illusion wahrnehmen.

Der Typus hintereinander gestaffelter Bilder im Kleinformat geht auf barocke Bühnenbilder zurück. Die bisher bekannten 67 Kulissenbilder-Motive wurden exklusiv von einem einzigen europäischen Verlag hergestellt, Martin Engelbrecht in Augsburg. Neben Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament finden sich säkulare Themen, die von Opern über Gartenfeste, Stadtansichten, Jagden und Tierschauen bis hin zur Darstellung einer damals beispiellosen Katastrophe reichen: dem verheerenden Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755.

Eine Sammlung dieser „3-D-Kinos“ des Barock wird in der Auktion Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen im Oktober im Dorotheum angeboten.

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