KUNSTWERK DES TAGES – Kommode im Régence-Stil

Außergewöhnliche Kommode im Régence-Stil, sog. Vogelfänger-Kommode, Ausführung von Maison MILLET um 1890/1900, ca. 94 x 146 x 64 cm, € 80.000 – 100.000

Von höchster Qualität und königlichem Geschmack zeugt die außergewöhnliche Kommode der Maison Millet, die in der Auktion Möbel und Antiquitäten am 5. November angeboten wird.

 

Vom Versailler Hoflieferanten

Maison Millet gehörte zu den führenden Ebenisten-Ateliers in Paris. Das Unternehmen, 1853 von Théodore Millet gegründet, spezialisierte sich auf qualitätvolle Reproduktionen von Möbeln und Bronzen aus dem 18. Jahrhundert. Und gewann zahlreiche Preise bei der Pariser Weltausstellung: die Goldmedaille 1889 sowie den Großen Preis 1900. Maison Millet war eine der wenigen Hoflieferanten des Schlosses Versailles.

Diese außergewöhnliche Kommode im Régence-Stil – einer Stilrichtung, die in den Jahren zwischen 1715 und 1730 den Übergang von der massiv-wuchtigen Ausführung des Louis XIV.-Stils zur rokokohaften Leichtigkeit der Louis XV-Periode markiert – wurde von Maison Millet in der Zeit um 1890/1900 hergestellt.

Außergewöhnliche Kommode im Régence-Stil, sog. Vogelfänger-Kommode, Ausführung
von Maison MILLET um 1890/1900, ca. 94 x 146 x 64 cm, € 80.000 – 100.000

Im 19. Jahrhundert war es Prestige-Sache der französischen Ebenisten, die antiken Möbel in herausragender Qualität so zu kopieren, dass man kaum einen Unterschied erkennen konnte. Maison Millet war eine der wenigen Firmen, die dies bewerkstelligte. So konnte in dieser Zeit die aufstrebende Bourgeoisie mit hochwertigen Möbeln nach royalen Vorlagen beliefert werden.

Der Korpus ist in Eiche ausgeführt, furniert mit Königsholz – auch Veilchenholz genannt –, einer in Brasilien beheimateten Palisander-Art in violetter Farbe mit schwarzen Streifen. Beeindruckend an dieser Kommode sind die überreichen und kunstvollen Bronze-Montierungen: Sie stellen Putti dar, die einen Vogel auf dem Arm halten, der das Gezwitscher anderer Vögel nachahmt und sie damit lockt. Die herannahenden Vögel sollen sich dann auf einem mit klebriger Flüssigkeit behafteten Ast niederlassen.

Als Vogelfänger-Kommode wird daher dieses auffallende Möbelstück bezeichnet, das nach einem von Charles Cressent entworfenen Vorbild aus Waddesdon Manor, einer Schloss-Anlage in Buckinghamshire aus dem Besitz von Baron Ferdinand von Rothschild, ca. 1720/30 gefertigt wurde. Charles Cressent (1685-1769) war neben André Charles Boulle, dessen Schüler er war, DER Kunsttischler seiner Zeit und arbeitete hauptsächlich für königliche Auftraggeber. Durch hochqualitative Fertigung von bis dato Königshäusern vorbehaltenen Möbel-Entwürfen durch das Haus Millet wie diese Kommode fanden royale Stücke Einzug in die Salons des 19. Jahrhunderts.

Außergewöhnliche Kommode im Régence-Stil, sog. Vogelfänger-Kommode, Ausführung von Maison MILLET um 1890/1900, ca. 94 x 146 x 64 cm, € 80.000 – 100.000
Außergewöhnliche Kommode im Régence-Stil, sog. Vogelfänger-Kommode, Ausführung von Maison MILLET um 1890/1900, ca. 94 x 146 x 64 cm, € 80.000 – 100.000
KONTAKT
Alexander Doczy
+43-1-515 60-302
alexander.doczy@dorotheum.at
No Comments Yet

Comments are closed




Auktions-Höhepunkte, Rekord-Preise und spannende Kunst-Geschichten. Mit dem Dorotheum Blog sind Sie immer am Puls des Auktionsgeschehens!


Archive
Languages