KUNSTWERK DES TAGES – Massimo Stanzione

Massimo Stanzione (1585 – um 1656) ist einer der gefragtesten und angesehensten Maler seiner Zeit. Bei diesem bisher unpublizierten Gemälde handelt es sich um eine wichtige Ergänzung zu seinem Werk. Es ist auf einem Stein rechts unten mit dem typischen verschlungenen Monogramm des Künstlers signiert: Die beiden ersten Buchstaben beziehen sich auf den Titel „cavaliere“, was von seinem untadeligen gesellschaftlichen Ansehen zeugt. Die Angabe seines Status als Neapolitaner mag ein Hinweis dafür sein, dass dieses Gemälde für einen Ort außerhalb Neapels, möglicherweise sogar außerhalb Italiens, bestimmt war, wie das auch bei seinem ähnlich signierten „Bacchanal“ für den Palazzo del Buen Retiro Philipps IV. der Fall ist.

Massimo Stanzione, Lot und seine Töchter, signiert mit verschlungenem Monogramm, Öl auf Leinwand, 166,5 x 130,5 cm, Schätzwert € 200.000 - 300.000
Massimo Stanzione, Lot und seine Töchter, signiert mit verschlungenem Monogramm, Öl auf Leinwand, 166,5 x 130,5 cm, Schätzwert € 200.000 - 300.000

Das biblische Sujet des Lot und seiner Töchter wurde in der neapolitanischen Malerei der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts häufig dargestellt; Stanzione widmete sich dem Motiv bei zumindest zwei weiteren Gemälde, einem, das sich heute in der Pinacoteca Nazionale in Cosenza befindet und einem weiteren, das im Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie in Besançon verwahrt wird. Das vorliegende Bild unterscheidet sich von den anderen bekannten Fassungen durch sein Hochformat, wodurch die Szene ausschließlich von den drei vornehm gekleideten Figuren in ihren bunten Gewändern beherrscht wird, die sich von der dunklen Felslandschaft des Hintergrunds abheben.

Das Werk ist der Reifezeit des Künstlers, genauer den frühen 1640er-Jahren, zuzuordnen. Während dieser Zeit war Stanzione mit großen, bereits in der letzten Dekade begonnenen Aufträgen in Neapel befasst und an zahlreichen Orten für zumeist kirchliche Auftraggeber tätig. So führte er die Fresken für die Chiesa del Gesù San Paolo Maggiore und Santa Maria Regina Coeli aus.

Gemeinsam mit dem ebenfalls zu dieser Zeit in der Stadt tätigen Jusepe de Ribera prägte Massimo Stanzione die produktive Kunstszene Neapels, einem der lebendigsten Kunstzentren in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zu seinem engen Bekanntenkreis zählte auch die bedeutende Malerin Artemisia Gentileschi, die er oft in ihrem Atelier besuchte, um sie beim Malen zu beobachten.

AUKTION
ALTE MEISTER
9. Juni 2020

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