Ein Chor der Solisten: Design First im AD

Design

Unikate und rare Editionen von Aalto bis Zobernig finden sich in der Auktion „Design First“ vereint. Oliver Jahn, Chefredakteur von Architectural Digest, hat eine Auswahl der Exzentriker zum harmonischen Ganzen zusammengefügt.

Design

Lot 61: Seltener Barschrank, Entwurf Josef Frank, €22.000 – €30.000

Der Wiener Architekt Josef Frank strebte nach der „Schönheit für alle“, sogar im Verborgenen: Sein kantig-diskreter Barschrank aus Nussholz, entstanden um 1927/30, verbirgt Innenböden aus cremefarbenem Marmorglas und kann von innen beleuchtet werden.

Lot 74, €4,000 - €7,000

Lot 74: „Parrots“ Sessel, Carla Tolomeo, €4.000 – €7.000

Die Möbel der Künstlerin Carla Tolomeo sind kapriziöse Skulpturen – wie „Parrots“, ein Unikat von 2008. Die Italienerin ließ es aus Seidensamt, Pailletten und Goldborten fertigen. Aufgerufen wird es bei 4.000 bis 7.000 Euro.

Lot 78: „Optical“ Kommode und Wandspiegel, Entwurf Carlo Rampazzi, €16.000 – €24.000

Für Tura entwarf Carlo Rampazzi 1978 den handbemalten Wandspiegel „Optical“ aus Holz und Ziegenhaut. Unter den Hammer kommt auch eine passende Kommode. Schätzpreis des Spiegels: 16.000 bis 24.000 Euro.

Lot 25: „Trying to Look Good Limits My Life“, Stefan Sagmeister & Matthias Ernstberger, €12.000 – €20.000

Endlich sagt’s mal einer: „Trying to Look Good Limits My Life“ – nur eine der Weisheiten aus Stefan Sagmeisters „Happy Show“ (2004, Digitaldruck auf Sintra Board). Geschätzt auf 12.000 bis 20.000 Euro für alle Bilder der Serie.

Lot 22: „Box in Four Movements“Sessel, Entwurf Ron Arad, €40.000 – €55.000

Eine Kiste, drei Scharniere, vier Elemente: Ron Arads „Box in Four Movements“ aus Kirschholz (1994, limitiert auf 20 Exemplare) ist so reduziert wie sein Name. „Man kann sich die Biegsamkeit dieses Sessels durchaus vorstellen“, sagt der Designer. „Aber wie geschmeidig er federt, merkt man erst, wenn man draufsitzt.“ Aufgerufen bei 40.000 bis 55.000 Euro.

Lot 57: Runder Tisch aus einem Spielzimmer des Sanatoriums Purkersdorf, Entwurf Josef Hoffmann, €10.000 – €18.000

Josef Hoffmann entwarf den Eichentisch (10.000 bis 18.000 Euro) mit Glaseinlage, quadratischer Bodenplatte und gehämmertem Weißmetallbeschlag 1903 für ein Spielzimmer des Sanatoriums Purkersdorf. Die Wiener Werkstätte hat ihn produziert.

Lot 67: Hängeleuchte für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen, Entwurf Arne Jacobsen, €5.000 – €10.000

Anders als seine berühmten Sessel ging die Hängeleuchte, die Arne Jacobsen 1957 für den Panoramasalon des „SAS Royal Hotel“ in Kopenhagen entwarf, nie in Serie. Dieses Exemplar gehörte dem ehemaligen Hotelmanager Alberto Kappenberger und wird auf 5.000 bis 10.000 Euro geschätzt.

Lot 56: Teppich aus der Villa Primavesi in Hinterbrühl oder dem Primavesi Appartment in Wien, €12.000 – €18.000

Maria Likarz-Strauss, Gestalterin an der Wiener Werkstätte, entwarf den Wollteppich (12.000 bis 18.000 Euro) vermutlich 1925 für die Villa Primavesi, bis 2018 war er in Familienbesitz.

Lot 53: Kleines Buffet aus der Villa Primavesi in Hinterbrühl, €12.000 – €18.000

Ein weiteres Erbstück aus der Villa ist das kleine Buffet, das vermutlich von Anton Pospischil um 1905/07 gefertigt wurde. Das Möbelstück mit der gebauchten Front besteht aus Birnbaum und schwarzem Marmor und hat eine verspiegelte Rückwand, die Ablage kann ausgezogen werden (12.000 bis 18.000 Euro).

Lot 81: 4er Set „Paradise Chairs“ aus dem „Peace Chair“-Projekt, Xaver Sedelmeier, €12.000 – €18.000

„Beim Sitzen gibt der ‚Peace Chair‘ Halt und verleiht Haltung“, sagt Reiner X. Sedelmeier, dessen 2018 für die Vienna Art Week entworfene Sessel aus Stahl und Holz mit Raf Simons’ Kvadrat-Stoffen bezogen sind. Geschätzt auf: 12.000 bis 18.000 Euro.

Design First 

27. März, 17 Uhr im Palais Dorotheum, Wien.

Vorbesichtigung ab 19. März

Text Florian Siebeck, Foto Thomas Skroch

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