Erfolgreichstes Auktionsjahr 2015 im Dorotheum

REKORDAUKTIONEN UND STARKE ZEITGENOSSEN

Im Jahr 2015 konnte das Dorotheum seine Position als größtes Auktionshaus in Mitteleuropa weiter ausbauen und für seine Kunden herausragende Erfolge erzielen: Es wurde das beste Auktionsjahr in der Geschichte des Hauses. Besonders die Rekordauktionen mit Zeitgenössischer Kunst fanden internationale Aufmerksamkeit.  Hohe Verkaufsraten und zahlreiche Spitzenergebnisse zeichneten diese Versteigerungen aus.

Pittura Oggetto und ZERO: Weltrekorde und Höchstpreise

Internationale Spitzenergebnisse erzielte das Dorotheum für die Avantgarde-Kunst der 1960er Jahre aus Deutschland und Italien. Weit über den Erwartungen reüssierte eine „Superficie“ (Oberfläche) von Enrico Castellani: 965.000 Euro bedeuteten internationalen Rekord für ein Frühwerk des Italieners. Auch Hohe Preise gab es auch für Arbeiten von weiteren Künstlern der Mailänder Sixties, darunter jene von Agostino Bonalumi, Giuseppe Uncini, Gino De Dominicis oder Dadamaino. Paolo Scheggis „Intersuperficie curva rossa“ erreichte hervorragende 393.400 Euro. Mit 204.300 Euro für die Stahlskulptur „Ellisse“ von Mauro Staccioli konnte im Dorotheum ein weiterer Weltrekord erzielt werden.

Mauro Staccioli (born in Volterra in 1937), Ellisse, 2008, Corten steel, 195 x 252 x 48 cm, erzielter Preis € 204.300
Mauro Staccioli
(born in Volterra in 1937), Ellisse, 2008, Corten steel, 195 x 252 x 48 cm, erzielter Preis € 204.300

2015 lag ein großer Schwerpunkt der stets starken Fontana-Offerte bei plastischen Arbeiten. Seltene frühe Skulpturen verkauften sich hervorragend, darunter eine „Frauenbüste“ von 1949 für 588.533 Euro. Ein kleinformatiger „Concetto spaziale“ von 1963–1964 erreichte 405.600 Euro. Fausto Melottis Skulptur „Linee“ verdoppelte die Erwartungen mit 369.000 Euro.

 

Gerhard Richter: Kleinformate ganz groß

Zwei Kleinformate von Gerhard Richter kamen groß heraus: 369.000 Euro brachte „Grün-Blau-Rot“, die 2010 gefertigte Bildplatte „Ifrit“ erzielte 143.300 Euro. Für Richters „Abstraktes Bild“ kletterten die Gebote bis 491.000 Euro. Zum selben Preis wechselte „Landschaft mit Pionierlager 1973“, ein anspielungsreiches Gemälde von Ilya Kabakov, den Besitzer. Für Heinz Macks Relief mit farbigem Plexiglas erfolgte der Zuschlag erst bei 295.800 Euro.

Ilya Kabakov (Dnjepropetrovsk/Ukraine 1933 geb),  Landschaft mit Pionierlager 1973, 2002, Öl auf Leinwand, 160 x 250 cm, erzielter Preis € 491.000
Ilya Kabakov (Dnjepropetrovsk/Ukraine 1933 geb),
Landschaft mit Pionierlager 1973, 2002, Öl auf Leinwand, 160 x 250 cm, erzielter Preis € 491.000

Hohe Ansteigerungen gab es auch für österreichische Kunst: Für Max Weilers „Welt des Wachstums” konnte mit rund 393.400 Euro ein Weltrekord erzielt werden. Maria Lassnigs „Selbstporträt als Auto“ sowie „Zwei Figuren“ wurden für 344.600 und 341.202 Euro zugeschlagen. Das Dorotheum hält den – im Vorjahr erzielten – Weltrekord für ein Werk der Künstlerin mit 491.000 Euro.

Max Weiler (Hall, Tirol, 1910–2001 Wien) “Welt des Wachstums”, 1987, Eitempera auf Leinwand, in 4 Teilen, Gesamtgröße 360 x 360 cm, erzielter Preis € € 393.400
Max Weiler (Hall, Tirol, 1910–2001 Wien) “Welt des Wachstums”, 1987, Eitempera auf Leinwand, in 4 Teilen, Gesamtgröße 360 x 360 cm, erzielter Preis € € 393.400

 

Pole Position für Shelby Cobra

1963 Shelby Cobra 289 Mk. I CSX2104, erste Cobra in „Guardsman Blue“, erzielter Preis € 1.012.000
1963 Shelby Cobra 289 Mk. I CSX2104, erste Cobra in „Guardsman Blue“, erzielter Preis € 1.012.000

1.012.000 Millionen Euro für die Shelby Cobra Mk I. aus dem Jahr 1963, eine Ikone der Automobilgeschichte, bedeuteten 2015 den höchsten Zuschlag im Dorotheum. Die Sparte Klassische Fahrzeuge und Automobilia verzeichnete ihr bestes Jahr mit Verkaufsraten von 95 Prozent. Beim 250 GT Pininfarina Coupé von Ferrari, 1963, klingelte die Auktionsglocke erst bei 572.000 Euro.

 

Gefragte Alte Meister

575.516 Euro, mehr als das Zehnfache der Erwartungen, erreichte Frans Pourbus‘ II. „Bildnis des Prinzen Philipp Wilhelm von Oranien im Brustharnisch mit dem Orden vom Goldenen Vlies“ bei der April-Auktion von Gemälden Alter Meister. Bei Pieter Brueghels II. Tondo „Das Paar beim Angeln“ läutete die Auktionsglocke bei 552.000 Euro, bei Jan Brueghel I. „Rast an der Windmühle“ bei 523.446 Euro. Den Schätzwert mehr als verdoppeln konnte die „Madonna mit den Nelken“ von Giovan Battista Salvi, gen. Il Sassoferrato (€ 417.800).

Frans Pourbus II. (1569 - 1622) Bildnis des Prinzen Philipp Wilhelm von Oranien /1554 - 1618), Öl auf Leinwand, 102 x 83 cm erzielter Preis € 575.516
Frans Pourbus II. (1569 – 1622) Bildnis des Prinzen Philipp Wilhelm von Oranien /1554 – 1618), Öl auf Leinwand, 102 x 83 cm erzielter Preis € 575.516

 

Gelehrte Affen im 19. Jahrhundert

Bei den „Gemälden des 19. Jahrhunderts“ setzte sich ein vom polnischen Historien- und Bildnismaler Jan Matejko 1872 angefertigtes Porträt von Carol Gilewski, Anatomieprofessor aus Krakau mit 344.600 an die Spitze – mit mehr als dem Dreifachen des Schätzwertes. 149.400 Euro bedeuteten Weltrekord für ein Bild von Gabriel Ritter von Max, „Die Gelehrten“ als zwei Affen darstellend.

Gabriel Ritter von Max (1840 - 1915), „Die Gelehrten“, erzielter Preis € 149.400
Gabriel Ritter von Max (1840 – 1915), „Die Gelehrten“, erzielter Preis € 149.400

 

Dynamik bei der Moderne

Alfons Walde (Oberndorf 1891–1958 Kitzbühel) Almen im Schnee, um 1935, Öltempera auf Karton, 57 x 46 cm, erzielter Preis € 393.400
Alfons Walde (Oberndorf 1891–1958 Kitzbühel) Almen im Schnee, um 1935, Öltempera auf Karton, 57 x 46 cm, erzielter Preis € 393.400

Bei der Klassischen Moderne stand Alfons Waldes Gemälde „Almen im Schnee“ mit 393.400 Euro an der Spitze der Verkäufe. Die „Badende“ von Frantisek Kupka erreichte hervorragende 295.800 Euro. Unter den zahlreichen Werken der Futuristen stand Gino Severinis „Sortie Nord – Sud“ hoch in der Gunst der Kunstliebhaber. Das dynamische Bild war einem Sammler 369.000 Euro wert.

 

Beste Juwelenauktionen

Für einen seltenen Kaschmir-Saphir-Ring erzielte das Dorotheum  515.400 Euro, für einen Ring mit einem unbehandelten 14,57 ct. Burma-Saphir 222.600 Euro. Für 320.200 Euro wechselte ein „Fancy Yellow Natural Color“-Brillantsolitär-Ring (16,98 ct) den Besitzer. Die Juwelen-Auktion im Juni war die beste in der Geschichte des Dorotheum.

Brillantring mit unbehandeltem Kaschmirsaphir, erzielter Preis € 515.400
Brillantring mit unbehandeltem Kaschmirsaphir, erzielter Preis € 515.400

Bei den Uhren punkteten vor allem zwei Rolex Cosmographen Daytona „Paul Newman“ aus den 1970er Jahren.

 

Preisrekorde

344.600 Euro, Mehr als das Dreifache des Schätzwertes, erreichte eine 1922/25 von Josef Hoffmann und Julius Zimpel entworfene silberne Besteckgarnitur bei der Jugendstil-Auktion im Mai. Für mehr als das Sechsfache des Schätzwertes, für 244.414 Euro, fand in der Design-Auktion im Mai der „Kasten auf Tisch“ Mod. Nr. BL 0810, entworfen von Otto Prutscher, einen neuen Besitzer.

Beim teuersten Schriftwerk, das im Dorotheum versteigert wurde, handelt es sich um ein Rituale, eine Handschrift aus dem 11. Jahrhundert. Bei der Autographen-Auktion im Juni kletterten die Gebote für diesen wissenschaftlich und liturgiegeschichtlich hoch bedeutenden Codex auf sensationelle 356.800 Euro.

Preisrekord auch in der Kategorie Briefmarken: Die einzig bekannte Drittelungsfrankatur einer 9-Kreuzer-Marke, Österreich 1850, auf einer Faltbriefhülle war mit 145.000 Euro das bis dato teuerste Objekt bei einer Dorotheum-Briefmarkenauktion.

In Erinnerung bleiben wird auch eine spezielle Single Owner Collection, die im Mai erfolgreich angeboten wurde: Fahrrad-Enthusiasten aus aller Welt wetteiferten in der Auktion „Bicycles from the Embacher Collection“ um außergewöhnliche Vintage-Radmodelle aus den 1920er Jahren bis heute.

 Video: „2015 im Rückblick“ (englischsprachig):

 

Abbildungen oben:
1963 Shelby Cobra 289 Mk. I,  € 1.012.000
Lucio Fontana, Busto di donna, 1949,  € 588.533
Alfons Walde, Almen im Schnee, um 1935,  € 393.400
Ring mit unbehandeltem Burma Saphir 14,57 ct, € 222.600
Pieter Brueghel II, Das Paar beim Angeln, erzielter Preis € 552.000
Gabriel Ritter von Max, Die Gelehrten, € 149.400
Fausto Melotti, Linee, 1961, € 369.000
Heinz Mack, Relief mit farbigem Plexiglas, 1971, € 295.800

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