Wiener Werkstätte: Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit

Wiener Werkstätte Bildleiste

„Wien“ und „Jugendstil“, zwei Begriffe die ebenso untrennbar scheinen wie „Kunstsammeln“ und „Dorotheum“. Am 24. September 2015 läd die nächste Jugendstil Auktion Sammler und Liebhaber des Fin de Siècle ins Wiener Palais Dorotheum!

Die Produktionen der Wiener Werkstätte gehören zu den meist gefragten Sammlerstücken der Welt. Schon allein wegen seiner langen Tradition ist das Dorotheum, führendes Wiener Kunsthandelsunternehmen, die erste Adresse für Kunstgegenstände der Wiener Werkstätte.

Am 19. Mai 1903 erfolgte die Eintragung der „Wiener Werkstätte-Produktiv-Gemeinschaft von Kunsthandwerkern“ kurz „Wiener Werkstätte“ (WW) im Handelsregister, die Gründer waren der Maler Koloman Moser, der Architekt Josef Hoffmann und der Wiener Bankier Fritz Waerndorfer. Die beiden erstgenannten fungierten als künstlerische Leiter, der Mäzen übernahm die kaufmännische Leitung des Unternehmens. Während ihres Bestehens hatte die Wiener Werkstätte auch Niederlassungen in Zürich, New York, Berlin, Breslau, Karlsbad und Marienbad.

Im ersten Jahr ihrer Gründung hatte die Wiener Werkstätte die Gewerbescheinanmeldung für Gold-, Silber- und Juwelenarbeiter, für Gürtler- und Bronzewaren, für Anstreicher und Lackierer sowie für Tischler. In den darauf folgenden Jahren kamen noch die Buchbinderei, Keramik, Mode und Kleidermachergewerbe hinzu. Der Kunstbegriff wurde hin zum Kunstgewerbe erweitert.

Wiener Werkstätte Otto Prutscher Tapetenentwurf
Otto Prutscher, Tapetenentwurf „Odessa“, Schätzwert € 1.200 – 1.500

Die Idee des „Gesamtkunstwerks“ wurde geboren, ein Design-Konzept das von der Architektur bis zum kleinsten Gebrauchsgegenstand alle Bereiche von Wohn- und Lebenskultur umfasst. Beispielgebend wurde so das Palais Stoclet in Brüssel durchgestaltet.

Zahlreiche der namhaftesten Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende waren für die Wiener Werkstätte entwerfend und ausführend tätig, darunter, Carl Otto Czeschka, Otto Prutscher, Eduard Josef Wimmer-Wisgrill, Dagobert Peche, Philipp Häusler, Susie Singer, Gudrun Baudisch und Vally Wieselthier.

Bereits um das Jahr 1910 verliert die von J. Hoffmann anfangs propagierte sachliche, klare Umgebung ihre Bedeutung und unter dem Einfluß des Dagobert Peche entsteht ein dekorativer Stil von hoher geschmacklicher Kultur.

Im Jahre 1932 erfolgte aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Einleitung der Liquidation. Die WW konnte das damalige breite Publikum nicht als Käufer gewinnen. Heute gehören die Objekte der Wiener Werkstätten zu den weltweit am meist gesuchten Kunstgegenständen und erzielen auf dem Kunstmarkt Spitzenpreise. Die im Dorotheum angebotenen Arbeiten erzielen entsprechend große internationale Aufmerksamkeit.

Im Rahmen der kommenden Auktion gelangen unter anderem eine Geldtasche und ein Henkelkörbchen, entworfen von Josef Hoffmann und ausgeführt durch die Wiener Werkstätte und ein Tapettenentwurf von Otto Prutscher zur Versteigerung. Neben den Erzeugnissen der Wiener Werkstätte findet sich beispielsweise ein wertvoller Schreibsekretär von Carl Witzmann, ein Putto von Carl Klimt oder auch ein Thonet Zeitungsständer in der Auktion. Das französische Art Nouveau spiegelt sich unterdessen in einem verspielten Deckenluster  „Fontaine“.

Werfen Sie einen Blick in unseren nostalgischen Online Katalog und entdecken Sie das Wien um die Jahrhundertwende.

 

Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts
Auktion 24. September 2015, 16 Uhr 
Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien
Besichtigung: 19. – 24. September 2015

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