KUNSTWERK DES TAGES – Altarflügel Süddeutsche Schule

Jesus am Ölberg, der Kreuzweg, der Tod am Kreuz und die Beweinung Christi: Die Passionsgeschichte Jesu ist Thema der vier bedeutenden, ursprünglich zu einem Triptychon gehörenden Altarflügeln aus Süddeutschland.

Die um 1490 entstandenen Tafeln entsprechen sowohl kompositorisch als auch maltechnisch dem hohen Standard der führenden süddeutschen Malerwerkstätten im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Die Figurenkonstellationen in den einzelnen Szenen folgen der spätgotischen Bildtradition, sind jedoch bemerkenswert frei und klar komponiert. Der emotionale und theologische Gehalt des Geschehens wird so dem Betrachter besonders eindrucksvoll vermittelt. Die stimmungsvolle Landschaftsdarstellung steigert dabei die Wirkung.

Süddeutsche Schule, um 1490, Vier Altarflügel eines ehemaligen Triptychons, Öl auf Holz, 198 x 88 cm, 200 x 87,5 cm, 189 x 79,5 cm, 189,5 x 79,5 cm, gerahmt, Pendants (4) Startpreis € 500.000 – 600.000
Süddeutsche Schule, um 1490, Vier Altarflügel eines ehemaligen Triptychons, Öl auf Holz, 198 x 88 cm, 200 x 87,5 cm, 189 x 79,5 cm, 189,5 x 79,5 cm, gerahmt, Pendants (4) Startpreis € 500.000 – 600.000

Seit einem halben Jahrhundert versucht die kunsthistorische Forschung den Ursprung der vier Tafeln regional einzugrenzen und sie einer der bekannten Malerwerkstätten zuzuschreiben. Enge Beziehungen sowohl zu Nürnberg als auch zu Ulm werden dabei ins Treffen geführt. Das zeigt, wie rege der künstlerische Austausch zwischen den Malerwerkstätten in Süddeutschland an der Wende zum 16. Jahrhundert war. Zwar lassen sich durchaus regionale Charakteristika der schwäbischen, (main)fränkischen und Nürnberger Malerei erkennen, doch der stetige Austausch von Gesellen, der typisch für die Handwerksordnungen des Mittelalters und der frühen Neuzeit war, führte zwangsläufig zum Transfer künstlerischer Stilmerkmale und handwerklicher Methoden. Dies wiederum beflügelte den kreativen Gestaltungswillen und Innovationsgeist der teils weit gereisten Meister.

Die vier Tafeln stammen vermutlich aus der Sammlung Fürst Alexander von Dietrichstein zu Nikolsburg.

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