Reine Kopfsache

Von Lorbeerkränzen, Perlschnüren und Diamantkronen: Juwelenexpertin Astrid Fialka-Herics, Abteilungsleiterin der Sparte Schmuck und Uhren im Dorotheum, gibt Einblick in die wandelvolle Geschichte eines der wohl prominentesten Accessoires aller Epochen – des Diadems.

In der kommenden Juwelen Auktion im Palais Dorotheum am 29. April wird dieses wunderschöne Diamantendiadem angeboten! Lesen Sie nun mehr über die Geschichte und die Entstehung von Diademen.

 

Diamantdiadem aus altem europäischen Adelsbesitz, letztes Drittel 19. Jh. Altschliffdiamanten, Diamantrauten, zus. ca. 20 ct, auch als Collier mit Brosche und Haarnadel tragbar, Schätzwert € 20.000 – 30.000, Auktion Juwelen, 29. April 2019

Von der frühen Antike an zieren in Gold oder Silber gefertigte Blattkränze die Häupter erfolgreicher Krieger, siegreicher Wettbewerbsteilnehmer, adeliger Damen, sind aus Abbildungen von Gottheiten nicht wegzudenken oder spiegeln als Grabbeigaben den Reichtum der Verstorbenen in der profanen Welt wider. Dabei kommt den jeweiligen Pflanzen besondere symbolische Bedeutung zu: Die Eiche steht für Stärke, der immergrüne Lorbeer für Ewigkeit und Efeu als Kletterpflanze für Hartnäckigkeit.

Zunächst weichen die Blattmotive stilisierten Akanthusblättern. Die nunmehr kronenartigen Haarreifen, die symmetrisch angelegte Ranken und Verzierungen aus Korallen, Perlen und Edelsteinen schmücken, sind ausschließlich für Trägerinnen von nobler Herkunft bestimmt.

Im Mittelalter werden lediglich zarte Haarbänder oder Perlenschnüre – eventuell kombiniert mit Kronen – auf dem Kopf getragen. In den folgenden Jahrhunderten geraten Diademe und Tiaras generell etwas aus der Mode. Stattdessen werden einzelne Broschen – vorwiegend Trembleusen – direkt in die Hochsteckfrisur gearbeitet oder in Form einer Aigrette an einem dünnen Reifen im Haar getragen. (3)

Ab Ende des 18. Jahrhunderts gewinnt Haarschmuck im Allgemeinen und das Diadem im Speziellen wieder an modischer Bedeutung. Von gesellschaftlichen Großereignissen ist es nicht mehr wegzudenken!

Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu aufkommende Interesse an der Antike ist auch an der Verarbeitung von Korallen (1) oder Kameen als zierende Elemente von Diademen deutlich erkennbar. Sämtliche namhafte Juweliere produzieren der Nachfrage der Zeit folgend Diademe und setzen auf klassische florale Motive (2) oder folkloristisch­ traditionelle Formen (5), die an stilisierte russische Haartrachten erinnern.

Die technische Entwicklung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglicht es, nun auch Platin als Grundmaterial für die Herstellung von Juwelen zu verwenden. Die bis dahin gebräuchliche Materialkombination von Silber (für die Fassungen der Steine) und Gold (für die Stabilität der Konstruktion) verliert nach und nach an Bedeutung. (6, 8)

Auftraggeber derartiger Juwelen sind nach wie vor Mitglieder großer Adelshäuser (7), ab Mitte des 19. Jahrhunderts Angehörige des durch die Industrialisierung zu Reichtum gelangten Großbürgertums und heute überwiegend Celebrities weltweit, deren Konterfeis Titelblätter von Hochglanzmagazinen zieren.

Bis heute bieten Hochzeiten, aber auch große Bälle und exquisite Abendeinladungen Gelegenheit, Diademe aufzusetzen. Um ihre Tragemöglichkeiten zu erweitern, sind sie vielfach zerlegbar und können als Broschen angesteckt oder zu Colliers umgewandelt werden. (4) Zeitgenössische Juwelendesigner kreieren immer wieder zauberhafte Diademe, die jede Braut „am schönsten Tag ihres Lebens“ wie eine Prinzessin
aussehen lassen. (9)

 

INFORMATIONEN zur AUKTION

Auktinsdatum: 29. April 2019, 14.00 Uhr

Auktionsort: Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, 1010 Wien

Besichtigung: 06. April – 28. April 2019

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