Das Tier im Schmuck

Tier-Darstellungen im Schmuck

Die Darstellung von Tieren ist seit jeher ein immer wiederkehrendes Motiv in der Formensprache des Schmuckes.

Stand in der Antike noch die Symbolkraft des dargestellten Tieres im Vordergrund, wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr auf die ästhetischen Aspekte wie Form, Farbe oder Charakter des dargestellten Tieres Wert gelegt, bis schließlich ab dem 20. Jahrhundert einzelne Tiere sogar zu „Markenbotschaftern“ großer internationaler Häuser wurden.

* Schlangen *

Zu den ältesten Tierdarstellungen, die sich bis in die Gegenwart ungebrochener Beliebtheit erfreut zählt die Schlange. Sie ist schnell, kann schwimmen und springen obwohl sie keine Pfoten hat. Einige von ihnen können durch Bisse, andere durch die Kraft ihrer Muskel töten. Es sind faszinierende Tiere die gleichsam Angst wie auch Bewunderung hervorrufen.

Origineller Schlangenarmreif Email, Diamantrauten, ein Opal, 19. Jh.
Erzielter Preis € 7.500

Sie findet sich in Form von Armreifen oder Fibeln schon in der Minoischen ebenso wie in den ägyptischen Hochkulturen und in unterschiedlichen Religionen. Negative Eigenschaften wie Hinterhältigkeit oder Falschheit gleichen sich mit den symbolisch positiven Eigenschaften, die ihr zugeschrieben werden, wie Klugheit oder Wiedergeburt, aus. Mit der Wiederentdeckung der Antike seit Beginn des 19. Jahrhunderts, als Folge verstärkter Ausgrabungstätigkeiten und der in Ägypten ausgetragenen Kriege zwischen französischen und britischen Truppen, kam die Schlage als Schmuckstück wieder in Mode.

Das Schlangenmotiv zeigt sich dabei sehr oft nur stilisiert und erinnert an eine auf einem Baum ruhende und zusammengerollte Schlange.

Biedermeier Damenschmuckgarnitur
erzielter Preis € 400

mehr über Goldschmuck: HIER

adelige Trendsetter

Königin Victoria von England erhielt 1839 von Ihrem zukünftigen Mann einen Schlangenring als Verlobungsgeschenk.
Die junge sehr modebewusste Königin setzte damit einen Trend der unabhängig von den Gesellschaftsschichten großen Anklang fand und kopiert wurde. Der Weiterbestand der Schlange als Schmuckobjekt war damit abgesichert.

im 19. Jahrhundert

Biedermeier Schlangenarmreif
erzielter Preis € 1.200

Aber auch die technische Entwicklung von Maschinen zur Schmuckerzeugung, die hauptsächlich in England vorangetrieben wurde, ermöglichte durch ein eigenes Gussverfahren die Erzeugung von kostengünstiger Hohlware.  Auf Grund ihres Gewichtes entstanden so relativ preisgünstige Schmuckstücke, die den aktuellen Modetrends rund um das Thema Schlange gerecht wurden und darüber hinaus auch in hoher Stückzahl angefertigt werden konnten.

So entstanden bald auch in anderen Ländern Europas – wie in Italien oder Deutschland – große Schmuckerzeugungsbetriebe, die die gestiegene Nachfrage nach modischem Schmuck durch deutlich geringere Personalkosten und in hoher Stückzahl befriedigen konnten.

Biedermeierbrosche mit einem Smaragd,
erzielter Preis € 425

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Juwelier-Meister: Lucien Falize

Knopf von Lucien Falize Gold, tlw. transluzent bzw. opaque emailliert, Arbeit um 1880
erzielter Preis € 4.000

Lucien Falize gilt im 19. Jahrhundert mit seinen außergewöhnlichen Juwelen Designs zweifelsohne als Meister der Emailierkunst und Wegbereiter des Art Nouveau. Die Schlange zählt zu seinen immer wiederkehrenden Lieblingsmotiven bei der Gestaltung von Schmuckstücken.

Schlangen im Schmuck des 20. Jahrhunderts

Diamant Emailbrosche Gold 750, Altschliffdiamanten zus.ca. 0,20 ct
erzielter Preis € 875

Schlangenförmige Motive finden sich auch stilisiert in den Schmuckstücken des beginnenden 20 Jahrhunderts wieder. Oft werden diese mit floralen Darstellungen kombiniert.

Die verschieden Emailtechniken in der Schmuckerzeugung ermöglichten es durch Farbkontraste Akzente zu setzen und Schlangenhaftes dadurch verstärkt in den Vordergrund des Betrachters zu setzen.

 

Bulgaris Serpenti

Ab Ende der der 1940iger Jahre entsteht in Rom die wohl bekannteste Juwelen-Kollektion mit Schlangensujet: die Serpenti von Bulgari. Waren die ersten Modelle noch reine Einzelanfertigungen, die in Kooperation mit Uhrenmanufakturen wie Jaeger Le Coultre, Vacheron Constantin Piaget entstanden sind, so wurden diese bereits in den 1960iger Jahren in größeren Serien hergestellt bis die Schlange schließlich ab ca 2010 in die gesamte Kollektion der Haute Joallier von Bulgari Einzug gehalten hat.

Lesen Sie hier mehr zur Serpenti von Bulgari!

No Comments Yet

Comments are closed




Auktions-Höhepunkte, Rekord-Preise und spannende Kunst-Geschichten. Mit dem Dorotheum Blog sind Sie immer am Puls des Auktionsgeschehens!


Archive
Languages