KUNSTWERK DES TAGES – John Fery

Der außergewöhnliche Lebensweg John Ferys liest sich wie eine Verkörperung der amerikanischen Mythen vom „self-made man“ und des „American dream“.

Der aus einer ungarischen Familie stammende John Fery wurde unter dem Namen Johann Nepomuk Levy in Strasswalchen geboren. Durch seinen Vater zu einer künstlerischen Laufbahn ermutigt, studierte er zwischen 1881 und 1883 an der Wiener Akademie, pflegte aber auch Kontakte zur Düsseldorfer Malerschule. 1883 reiste er mit einer Gruppe junger Künstler nach Milwaukee, USA, um im Auftrag der American Panoroma Co. an einem Historienbild der Schlacht von Atlanta zu arbeiten. Zu dieser Zeit änderte er auch offiziell seinen Namen zu John Fery.

John Fery (1859-1934) Herbstabend am Waldbach, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm, € 6.000 - 8.000

Die Faszination an der Natur Nordamerikas sollte ihn nicht mehr loslassen. So wanderte er 1885 oder 1886 gemeinsam mit seiner französischen Frau in die Vereinigten Staaten aus und bemühte sich als Maler Fuß zu fassen.

Der Durchbruch gelang ihm allerdings erst im Jahr 1910, als Louis C. Hill, der ambitionierte Manager der Great Northern Railroad Company auf ihn aufmerksam wurde und ihm ein außergewöhnliches Angebot machte: für seine Werbekampagne „See America First“ sollte John Fery in großem Stil Motive aus dem Glacier National Park in großformatige Gemälde umsetzen, die in Bahnhöfen, Reisebüros und im Zuge einer Wanderausstellung überall in den Vereinigten Staaten, aber auch Berlin gezeigt wurden, um Reiselust zu wecken und Werbung für die neuen Bahnstrecken zu machen.

So schuf Fery zwischen 1910 und 1913 ca. 267 Gemälde – bis zu 14 pro Monat! Es folgten weitere Aufträge anderer Nationalparks und Bahnbetreiber, die Fery in verschiedenste Regionen der Vereinigten Staaten führten. Tragischerweise vernichtete ein Feuer 1929 einen größeren Bestand seiner Werke für die Great Northern Railroad.

Dennoch finden sich seine Gemälde in vielen amerikanischen Museen, so z. B. dem Hockaday Museum of Art in Kalispell, Montana, dem Museum of Wisconsin Art (MOWA) bei Milwaukee oder dem Wilding Museum in Solvang, Californien.

KONTAKT

Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355
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