OBJEKT DES TAGES: Josef Hoffmann Teeservice

Josef Hoffmann, großes sechsteiliges Teeservice, Wiener Werkstätte, um 1919, Startpreis € 25.000

Teetrinken mit Josef Hoffmann

Josef Hoffmann gilt als bedeutender Pionier der österreichischen Moderne, für die Wiener Werkstätte entwarf er Möbel, Schmuck, Besteck-, Schreib- und Toilettgarnituren, u.v.m. Einen Höhepunkt stellt das elegante Teeservice von 1919 dar. Es besteht aus einem Tablett, einer Teekanne, einer Zuckerdose mit Deckel, einer Oberskanne, einer Fingerschale und einer Schale für einen Rumflakon. Das Silberservice ist in stilisiert barockem Stil gearbeitet und strahlt eine exquisite Eleganz aus. Das Entstehungsjahr 1919 ist zudem ein besonderes Jahr für die Wiener Werkstätte, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Kunstbegriff im Bereich des Kunstgewerbes zu revolutionieren:

Im Jahr 1919 beschließt Otto Primavesi die WW zu reformieren. Der Großindustrielle und Bankier, Förderer von Gustav Klimt und Josef Hoffmann, übernimmt nach dem Ausscheiden des ersten Financiers, Fritz Wärndorfer, die in Liquidation getretene Wiener Werkstätten. In einer Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) wurden im gleichen Jahr die neuesten Arbeiten ausgestellt. Das Wiener Journal schrieb dazu: „Im Museum am Stubenring stellt die Wiener Werkstätte nunmehr ständig zehn Vitrinen ihre sich eines Weltrufes erfreuenden Erzeugnisse in Metall, Textil, Leder, Glas, Keramik ec. Aus. Die geschmackvolle Ausstellung erfreut sich des regen Interesses aller Besucher des Museums.
1919 ist auch das Jahr, in dem Walter Gropius, Lyonel Feiniger, Johannes Itten und Gerhard Marcks das „Staatliche Bauhaus“ in Weimar gründen.

Josef Hoffmann, großes sechsteiliges Teeservice, Wiener Werkstätte, um 1919, Startpreis € 25.000
Josef Hoffmann, großes sechsteiliges Teeservice, Wiener Werkstätte, um 1919, Startpreis € 25.000

Josef Hoffmann ist einer der wichtigsten Architekten und Gestalter des Jugendstils. Als Mitbegründer und einer der künstlerischen Leiter der Wiener Werkstätte hat er das österreichische Handwerk maßgeblich geprägt. In den Werkstätten der „Productivgenossenschaft von Kunsthandwerkern“ wurde die überbordende Opulenz des Historismus von einer neuen Klarheit abgelöst. Nun stand die Funktionalität eines Gegenstands im Zentrum des Interesses, höchste Qualität in Entwurf und Ausführung sowie manuelle Einzelanfertigung galten als grundlegende Merkmale der Produktion. Mit kunstvollen Entwürfen wurden alle Bereiche des täglichen Lebens durchdrungen – von der Architektur bis zu den kleinsten Gebrauchsgegenständen. Zu den architektonischen Hauptwerken Josef Hoffmanns zählen die in Zusammenarbeit mit Koloman Moser und der WW einheitlich durchgestalteten Projekte des Sanatoriums Purkersdorf (1904/05) und des Palais Stoclet in Brüssel (ab 1905), die als Juwelen des Jugendstils gelten. Die Villa Primavesi in Wien Hitzing errichtete Hoffmann für Ottos Cousin Robert Primavesi (ab 1913).

JUGENDSTIL

Online Auktion
bis 7. Dezember 2020, 15 Uhr

BESICHTIGUNG
7. Dezember 2020, 10 – 15 Uhr

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